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Gastbeitrag // Elternzeit in Neuseeland

Heute habe ich einen ganz besonderen Gastbeitrag für euch, von einer ganz besonderen Person. Meine liebe Freundin Shaline, die eigentlich so überhaupt nichts mit bloggen zu tun hat, hat sich bereit erklärt ein bisschen über ihre große Reise nach Neuseeland zu berichten. Mich interessiert das Thema „Reisen mit Kind“ ganz besonders, denn mein Mann und ich sind ja bekanntlich auch sehr gerne in der Weltgeschichte unterwegs und wir sind gespannt, wie das in Zukunft mit Kind und Kegel so werden wird. Da ist ein persönlicher Erfahrungsbericht doch schon sehr viel wert. Übrigens hat das Reisen Shaline und mich auch zusammengeführt… wir haben uns damals (DAMALS…vor 10 Jahren) am Flughafen kennengelernt, als wir beide in unser AuPair Abenteuer gestartet sind.

Saline ist übrigens ausgebildete Kinderkrankenschwester mit Zusatzausbildung zur Windelfrei-, Stoffwindel- und Trageberaterin (ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe?!). Wenn ihr euch gerne mehr über ihre Arbeit informieren mochtet, dann schaut doch mal HIER vorbei.

Da sich über eine so lange Reise natürlich viel berichten lässt, wird der Beitrag in zwei Teile aufgeteilt… viel Spaß beim lesen!

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Schon in der Schwangerschaft war uns klar, dass wir die Elternzeit gern zum Reisen nutzen möchten. Ist man erst mal berufstätig, bekommt man selten die Gelegenheit gleich zwei Monate am Stück zu verreisen. Es sollte also ein Land sein, das sich nur für so lange Zeit lohnt, in dem wir die Landessprache beherrschen, es gute medizinische Versorgung und möglichst wenig wilde/gefährliche Tiere gibt. So fiel die Wahl recht schnell auf Neuseeland. Weiter weg geht einfach nicht.
Da Neuseeland auf der Südhalbkugel liegt, ist dort an Weihnachten Hochsommer. Wir legten also die Elternzeit meines Mannes in die Adventszeit. Beim Flüge buchen taten wir uns erst etwas schwer, da wir uns nicht sicher waren, ob es sinnvoll ist, einen Zwischenstopp einzulegen oder direkt durchzufliegen. Die meisten Umstiege sind allerdings über Großstädte in China, in denen wir mit Säugling nicht unbedingt länger bleiben wollten. Wir entschieden uns deshalb bis Sydney über Dubai durch zu fliegen und dort die erste Woche zu verbringen, bevor es weiter ging nach Christchurch, auf der Südinsel Neuseelands. Als Airline suchten wir uns Emirates aus, da wir gehört hatten, dass sie sehr kinderfreundlich sind und das können wir bestätigen. Direkt nach der Buchung reservierten wir ein kleines Babybassinett und hatten somit unsere Sitzplätze mit viel Beinfreiheit auch direkt sicher. Der Flug klappte wunderbar. Zu Start und Landung und natürlich auch zwischendrin wurde gestillt. Die Trage hatten wir selbstverständlich im Gepäck und konnten den Sohnemann zum Einschlafen in den Gängen auf und ab tragen. Zwischendurch hatte er großen Spaß, die Treppe zur First Class hoch zu krabbeln oder die Flugbegleiter von ihrer Arbeit abzuhalten. In Sydney schliefen wir immer dann, wenn das Baby müde war und so haben wir uns gemeinsam in 2-3 Tagen bereits an die neue Zeitzone gewöhnt gehabt.

Während unserer Reise verfasste ich ein Reisetagebuch und möchte mich euch einige Ausschnitte teilen:

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… In Sydney hatten wir eine Unterkunft über Airbnb gebucht direkt am Bondi Beach. Hier gibt es eine nette Südamerikanerin und 3 Katzen als Mitbewohner. Sohnemann versucht die Katzen zu fangen und interessiert sich brennend für ihr Essen. Die Stadt schauen wir uns natürlich auch an und sie gefällt uns gut. Wir nehmen eine Fähre zum Manly Beach und genießen die Aussicht auf Sydneys Skyline mit dem legendären Opera House am Wasser….

An den Stränden darf Sohnemann krabbeln und jagt mit High Speed den Möwen hinterher. Dabei landet er leider zwei Mal Nase voraus im Sand. Dank Sonnencreme klebt dieser besonders gut im Gesicht.

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… In Neuseeland angekommen schauen wir uns zuerst Christchurch an. Die Stadt wurde 2010 & 2011 von schweren Erdbeben erschüttert, wir sind erschrocken über das Ausmaß der Naturkatastrophen. Sogar 5 Jahre danach gibt es immer noch viele freie Asphaltplätze, wo früher einmal Häuser standen. Das Leben ist aus der Innenstadt fast gänzlich verschwunden und wir müssen nach 17:00 lange nach einer Örtlichkeit für Abendessen suchen. Von hier aus geht es weiter auf die Halbinseln Peninsula Banks wo ich in der Bucht mit Delfinen schwimmen darf. An diesem Tag ist die Luft ist eisig, das Wasser noch kälter… 14 Grad. Hier in dieser Bucht leben die seltenen und kleinsten Delfine, die Hektordelfine. Sie sind nicht mal so groß wie ich, aber trotzdem beeindruckende Tiere. Sie schwimmen in eher kleinen Gruppen (2-5 Tiere) und interessieren sich auch ab und zu für den Menschen, können ihre Laune aber auch schnell ändern und wieder verschwinden. Wir haben Glück. Nach kurzem zeigen sich die ersten Tiere. Wir warten noch etwas ab, um sicher zu gehen, dass sie mit uns spielen wollen und springen dann von unserem Schlauchboot ins eiskalte Wasser. Die Tiere bleiben und es kommen immer mehr. Tatsächlich bin ich und ein anderer Touri fast eine Stunde mit den Delfinen am spielen und schwimmen. Die Wasserkälte wird dabei ausgeblendet. Aber irgendwann ist genug und wir klettern aufs Boot zurück, mit einem dicken breitem Grinsen im Gesicht und ziemlich durchgefroren.

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… Nach einer Woche holen wir endlich unseren Camper ab. Dieser hat das Zertifikat ‚Self Contained‘ und damit dürfen wir offiziell wild campen oder auch ‚Freedom Camping‘. Die erste Nacht verbringen wir auch direkt in Freiheit am Lake Tekapo, von wo aus man einen traumhaften Blick auf die Milchstraße in der Nacht hat. Auf der Weiterreise verspeisen wir frischen Lachs aus bester Wasserqualität, beobachten Pinguine am Strand und Robben, die beim Frühstück an uns vorbei schwimmen. Wir folgen dem guten Wetter in Richtung Süden der Inseln, der Weg führt uns durch die wunderschönen und einsamen Catlins. Grünstes Weideland, Schafe überall, das Meer vor unserer Nase. Neuseeland ist wunderschön. Am Strand saust Sohnemann mal wieder den Möwen nach und testet jede Muschel auf ihre Geschmacksrichtung. Vom Süden geht es ins Fjordland. Hier begegnen wir das erste Mal dem einzigen wilden Tier – den Sandflies. Die Dinger schwirren den ganzen Tag hier umher und die Bisse jucken nach Tagen noch fies.

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… Am nächsten Tag haben wir die legendäre Bootsfahrt durch den Fjord Milford Sound gebucht. Zwei Stunden schippern wir über den 14 km langen Fjord und sind überwältigt von dem Anblick der umliegenden extrem steilen Felswände, die nicht an der Meeresoberfläche stoppen, sondern hunderte Meter in die Tiefe weiter reichen. Besonders ist hier auch, dass das Salzwasser mit einer 10-15cm Süßwasserschicht abgedeckt ist, die das Licht fängt. So können hier in nur wenigen Metern Tiefe Tiere leben, die sonst für Taucher unerreichbar sind. Wir sind schwer beeindruckt von dieser wundervollen Natur um uns herum und verlassen mit vielen schönen Erinnerungen das Schiff.

… Unsere Reise führte uns an die Westküste der Südinsel, an die wir über eine lange kurvige Straße gelangen. Zwischendurch regnet und schneit es in den Bergen. Endlich kommen wir an den Gletscher. Wir machen einen halbstündigen Spaziergang über Geröll und durch ein Flussbett zum Fox Glacier. Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht, als wir ankommen. Man kann leider nur noch auf 450m ans Eis heran, weil es zu brüchig ist. Vor ein paar Jahren konnte man noch aufs Eis und auf älteren Bildern sehen wir, wie sehr der Gletscher geschrumpft ist.

… Unser nächster Stopp sind die Pancake Rocks, doch bevor wir uns die anschauen übernachten wir in freier Natur am Strand bei brausender See. Die Pancake Rocks sind eine seltsame Felsformation, die aussieht wie ein Stapel Pfannkuchen, entstanden durch schichtweise Ablagerungen von Kalk und Ton, die unterschiedlich schnell von Wasser abgetragen werden und bereits 30 Mio Jahre alt. Besonders beeindruckend sind die Rocks bei starkem Seegang, wenn das Wasser in hohen Fontänen durch die Blowholes schießt.

… Auf dem Weg nach Norden halten wir an einer Hängebrücke, die 17m über einem Fluss die beiden Ufer mit einander verbindet. Die Brücke ist ca 50 m lang und ziemlich wackelig. Der Ehemann trägt Söhnemann in der Trage und die beiden (oder nur der Ehemann) haben mit Höhenangst zu kämpfen. Mir ist auch etwas mulmig zu Mute und ich bin froh, als ich am anderen Ende angekommen bin. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang und überlegen, wie wir wieder zurück kommen sollen. Es gibt 2 Möglichkeiten. Entweder wir gehen diese wackelige Brücke wieder zurück oder wir nehmen die Seilbahn. Ok, wir entscheiden uns für die Seilbahn.

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… Im Norden der Inseln steht der Abel Tasman Nationalpark auf dem Programm. Hier führt einer der Great Walks hindurch und man kann mehrere Tage wandern. Der Nationalpark ist nur zu Fuß oder vom Wasser aus erreichbar. Da wir für eine Mehrtageswanderung schon vor Monaten die Hütten oder Zeltplätze hätten buchen müssen, aber dennoch so viel wie möglich vom Park sehen möchten, entscheiden wir uns für ein Wassertaxi, das uns zunächst an allen Buchten vorbei fährt und dann auf dem Rückweg in der Mitte rauslässt, von wo aus wir 4 Stunden wandern, um dann wieder eingesammelt zu werden. Das Wassertaxi ist mit ordentlich Speed unterwegs, wir sitzen hinten, um den Wellen nicht ganz so extrem ausgeliefert zu sein, dafür werden wir aber nass. Egal, die Aussicht ist traumhaft und Sohnemann schläft schon wieder.

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… Wir fahren in eine Bucht, in der riesige Rochen direkt um uns herum schwimmen. An den kleinen Inseln vor den Buchten sehen wir Robben mit ihren Babies auf den Steinen liegen. Die Strände leuchten gelb Gold, es ist einfach Paradies pur!
… Es ist mittlerweile der 24.12., Heiligabend. Für uns könnte Weihnachten nicht weiter weg sein. Auch wenn überall Weihnachtsbäume stehen und die entsprechenden Lieder erklingen, es ist Sommer um uns herum, nichts von White Christmas á la Bing Crosby. Überhaupt stellen wir fest, dass uns die Feiertage dieses Jahr nicht interessieren. Für uns zählt es nur, dass wir zusammen in unseren kleinen 4 Camperwänden unterwegs sind, als Familie. Sohnemann genießt das sehr. Wenn er morgens aufwacht wird Papa mit einem eher weniger sanften Bartkraulen geweckt und wenn dann alle wach sind, müssen die Vorhänge bei Seite geschoben werden und er schaut, wie es um uns aussieht. Ist ja auch spannend jeden Morgen einen neuen Ausblick zu haben.

….Fortsetzung folgt

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